RALF KURZ

 

Im Schatten der Wahrheit

 

Kriminalroman

 

Taschenbuch

312 Seiten

Wellhöfer-Verlag (2012)

ISBN: 978-3-95428-102-2

 

Preis: 11,90 EUR

 
 

Inhalt

 
       
 

Der Tod eines Mädchens, das ohne einen Hinweis auf seinen Namen oder seine Herkunft erfroren im Schwarzwald gefunden wird, lässt Kommissar Bussard keine Ruhe. Obwohl kein Gewaltverbrechen vorliegt, will er wissen, warum das Mädchen einen einsamen und kalten Tod sterben musste und wer für die Tragödie verantwortlich ist.

Bussards Aufmerksamkeit wird jedoch von einem Mordfall in Anspruch genommen, den er als leitender Ermittler aufklären soll. In einer Villa im Freiburger Osten wurde am Rosenmontag ein Mann erschossen, während seine Frau die Tat beobachtet hat. Die Identität des Täters, den die Ehefrau detailliert beschreibt, kann ziemlich schnell geklärt werden, doch die Fahndung nach ihm bleibt zunächst erfolglos.

 

Bussard und seine Kollegen von der Freiburger Kripo halten einen Auftragsmord für möglich. Gegen den Toten und seine beiden Geschäftspartner läuft bereits ein Ermittlungsverfahren wegen Anlagebetrugs. Die Liste der Geschädigten liest sich wie das Mitgliederverzeichnis eines Golfclubs, doch es gibt auch eine Verbindung zwischen dem Opfer und seinem Mörder, die weit in die Vergangenheit reicht.

Während der Kommissar nach und nach die Hintergründe des Verbrechens aufklärt, beschäftigt ihn immer wieder die Frage, wer das Mädchen ist und warum es mitten im Winter bei arktischen Temperaturen alleine im Hochschwarzwald den Tod gefunden hat.

 

 
 

Im Schatten der Wahrheit ist ein eiskalter Kriminalroman. Die steif gefrorene Leiche des Mädchens im Schwarzwald ist jedoch nicht das Einzige, was Kommissar Bussard an die Nieren geht, denn die Todesumstände, die er ermittelt, zeugen von einer Kälte ganz anderer Art.

Im Schatten der Wahrheit (Bussards zweiter Fall) erscheint am 11.Oktober 2012.

 

 
       
  Leseprobe  
       

 

Zwanzig Minuten später parkte Bussard hinter zwei Einsatzfahrzeugen, die mit eingeschalteten Blaulichtern vor einer Villa im Freiburger Osten standen. Der Kommissar stieg aus und ging an der akkurat geschnittenen Buchsbaumhecke entlang, die so hoch und dicht war, dass sie keinen Einblick auf das Grundstück erlaubte. Den Eingang bildete ein zweiflügeliges, schmiedeeisernes Tor, das weit geöffnet war. Bussard ging hindurch und folgte einem asphaltierten Weg, der vom Schnee befreit und sauber gekehrt war. Der Weg bog nach rechts ab zu einer offenen Doppelgarage, die neben der Villa etwas abseits stand und in der ein Mercedes SLK und ein Porsche Cayenne abgestellt waren, während ein ebenfalls sauber gekehrter Natursteinplattenweg zum Eingang des Hauses führte. Bussard hörte das Motorgeräusch eines Fahrzeugs, das sich schnell näherte und außerhalb des Grundstücks zum Stehen kam. Der Motor erstarb, Türen wurden geöffnet und wieder geschlossen und einen Moment später kamen die Kriminaltechniker Smirna und Mallmann durch das Hoftor. Bussard begrüßte die Kollegen und läutete an der Haustür, die unmittelbar danach von einem uniformierten Kollegen geöffnet wurde. Im großzügigen Eingangsbereich der Villa lag flach auf dem Marmorfußboden ausgestreckt die Leiche eines Mannes. Er war etwa dreißig Jahre alt, trug einen teuren, schwarzen Anzug und ein weißes Hemd, das im Brustbereich blutdurchtränkt war. Der gebrochene Blick des Mannes ließ keinen Zweifel daran, dass er tot war.
   „Der Notarzt ist schon wieder weg“, berichtete der uniformierte Kollege, „der Mann war schon tot, als die Sanitäter eintrafen. Anscheinend bekam er eine Kugel direkt ins Herz. Er konnte nicht mehr wiederbelebt werden.“
  

 

   „Wer ist der Mann?“, fragte der Kommissar.
   „Sein Name ist Sebastian Klaasen. Er wohnt hier.“
   Hat hier gewohnt, dachte Bussard und ging in die Hocke. Direkt über dem Herzen wies das Hemd des Toten ein Einschussloch auf.
   „Was ist mit der Frau, die den Notruf gewählt hat?“
   „Sie ist im Wohnzimmer“, antwortete der Uniformierte, „eine Kollegin ist bei ihr.“
   "Geht es ihr gut?“
   „Den Umständen entsprechend.“
   "Okay“, sagte Bussard und erhob sich wieder, „gehen Sie zu den Nachbarn. Fragen Sie, ob jemand den Schuss gehört oder sonst etwas Auffälliges bemerkt hat.“
   Der Beamte nickte, während der harmonische Zweiklang der Türglocke einen Besucher ankündigte. Der Kollege öffnete die Tür und ließ den Mann mit dem schwarzen Koffer eintreten, dann verließ er die Villa und zog die Tür hinter sich ins Schloss.
   „Guten Abend“, wünschte Professor Münchrath und nickte den Anwesenden zu.
   „So schnell sieht man sich wieder“, antwortete Bussard und wies auf den Toten, „ich will Ihnen nicht Ihre Arbeit abnehmen, Professor, aber ich schätze, dass der Mann vor einer halben Stunde durch einen Gewehrschuss ins Herz getötet wurde.“
   „Wenn es Ihnen recht ist, würde ich Todeszeitpunkt und Todesursache gerne selbst bestimmen“, antwortete der Rechtsmediziner. „Ich werde allerdings keine Einschätzung abgeben, wer den Mann getötet hat.“