FREEMAN

 

Sdaiv - Die Entführung der Fußball-Nationalmannschaft

 

Kriminalroman / Thriller

 

Taschenbuch

420 Seiten, gebunden

Schillinger Verlag (2006)

ISBN: 3-89155-316-1

 

Preis: 9,50 EUR

 
 

Inhalt

 
       
 

Im Mai 2006 ist ganz Deutschland im Fußballfieber. Zehn Tage vor Beginn der Weltmeisterschaft geschieht auf der Autobahn A5 zwischen Freiburg und Basel ein unglaubliches Verbrechen: Auf der Fahrt zum letzten Testspiel gegen die Schweiz wird die Nationalmannschaft entführt! Sofort werden Straßensperren errichtet, SEK, LKA und BKA treffen ein, Polizei und DFB bilden Krisenstäbe und die Suche beginnt.

 

Die Kommissare Sylvia Harter und Carsten Perch gehören zur SOKO, die den Fall bearbeitet. Erste Spuren deuten darauf hin, dass die Nationalmannschaft in einem riesigen, ehemaligen Bergwerk gefangen gehalten wird, dessen Stollen und Gänge sich auf über einhundert Kilometer Länge belaufen. Obwohl die Ermittler das Fahrzeug, mit dem das Team entführt wurde, entdecken, bleibt die Mannschaft selbst unauffindbar und die Entführer melden sich nicht ...

 
 

Sdaiv - Die Entführung der Fußball-Nationalmannschaft ist ein temporeicher Krimi, der die Arbeit der Ermittlungsbeamten minutiös darstellt, bei dem aber auch ein augenzwinkernder Seitenblick auf das Kompetenzgerangel der Verantwortlichen nicht fehlt. Ähnlichkeiten mit tatsächlich lebenden Personen sind bei diesem Roman unvermeidbar.

 

 
  Leseprobe  
       

 

Grenzübergang Basel, Schweiz, 14:34 Uhr

 

Michael Bellmann leitete das Team, das für die Sicherheit der Nationalmannschaft verantwortlich war. Bei diesem Einsatz unterstanden ihm fünf Mann. Das Team teilte sich drei Fahrzeuge. Zwei Minuten bevor sie von der Polizei angehalten worden waren, hatte sich die Zentrale bei ihm gemeldet. Die Sicherheitsfirma war von der Polizei informiert worden. Die Aufgabe des Teams bestand jetzt darin, so schnell wie möglich mit der Einsatzzentrale der Polizei am Grenzübergang Basel Kontakt aufzunehmen. Dort sollten sie dann den BGS-Bus mit der Nationalmannschaft übernehmen und auf der schweizerischen Seite bis zum St.-Jakob-Stadion begleiten.

Die drei schwarzen Geländewagen näherten sich dem Grenzübergang. Noch waren keine Polizeifahrzeuge zu sehen. Bellmann dirigierte sein Team zur deutschen Zollabfertigung. Er stieg aus und sah sich um. Drei Zollbeamte kontrollierten den Verkehr, der nach Deutschland einreiste. Von einem Polizeieinsatz war nichts zu bemerken. Er sah weder Beamte noch Fahrzeuge. Rettungswagen des Roten Kreuzes waren ebenso wenig zu sehen wie die der Feuerwehr. Alles deutete auf einen ganz normalen Tag an einem deutschen Grenzübergang hin - keine besonderen Vorkommnisse.

Bellmann ging auf die Zollbeamten zu.

"Guten Tag. Können Sie mir sagen, wo sich die Einsatzzentrale befindet?"

Die Zollbeamten sahen ihn verständnislos an.

"Suchen Sie die Zollfahndung?"

"Nein, die Einsatzzentrale der Polizei, die heute hier eingerichtet wurde."

 

"Tut mir leid. Von einer Einsatzzentrale ist mir nichts bekannt. Warum wollen Sie das wissen?"

"Wir sind das Sicherheitsteam der Nationalmannschaft und wir wurden darüber informiert, dass jemand einen Anschlag auf die Mannschaft geplant hat. Es wurde doch hier am Grenzübergang eine Einsatzzentrale eingerichtet."

Der Zollbeamte schüttelte den Kopf.

"Da hat Sie wohl jemand auf den Arm genommen."

Bellmann hatte ein ungutes Gefühl. Sein Nacken wurde heiß und gleichzeitig lief eine Gänsehaut seinen Rücken hinunter. Er hatte die Situation sofort erfasst und brauchte keine weitere Bestätigung. Es war nicht nötig, den Zollbeamten nach seinem Vorgesetzten zu fragen. Es war auch nicht nötig, den Vorgesetzten nach der Einsatzzentrale der Polizei zu fragen. Es gab keinen Polizeieinsatz und deshalb auch keine Einsatzzentrale. Und es gab keine islamistischen Anschlagspläne. Jemand hatte sie aufs Kreuz gelegt. Der Einsatz auf dem Autobahnparkplatz war getürkt. Die Polizisten waren ebenso falsch wie die Grenzschutzbeamten. Trotz seiner zwanzig Berufsjahre war Bellmann fassungslos. Sein Gesicht hatte alle Farbe verloren. Auch wenn man sich theoretisch bei einer Einsatzbesprechung mit einer solchen Situation beschäftigt hatte, war die Wirklichkeit undenkbar.

"Was ist mit Ihnen?", fragte der Zollbeamte, der Bellmanns Veränderung mit angesehen hatte. Bellmann griff nach seinem Handy. Er  wählte die Nummer seiner Zentrale und ließ sich zu seinem Chef durchstellen. Seine Stimme war ein heißeres Flüstern.

"Hier ist Bellmann. Jemand hat die Nationalmannschaft entführt."

       
 

Pressestimmen

 
 

Hans (Georg) Bury bei
SWR3 (2006)

"Absolut lesenswert"

Das Buch zum aktuellen Thema Fußballweltmeisterschaft ist nicht nur für Fans der Sportart interessant. Der Aufbau in einzelne Szenen, die chronologisch die Ermittlungsarbeit der Polizei beschreiben, erzeugt eine ungeheure Spannung. Alles wird dadurch garniert, dass alle handelnden Personen aus der aktuellen Fußballszene treffend charakterisiert werden, obwohl die Namen der Personen frei erfunden sind. Es ist unvorstellbar: Der deutschen liebstes Kind wird entführt - eine unbeschreibliche Dreistigkeit von Verbrechern, so kurz vor der WM im eigenen Lande.

Rika Wettstein bei
OpenPR Baden-Baden
(2006)

 

Vorweg sei die Frage nicht danach gestellt, wer sich vorstellen kann, was Sdaiv ist, sondern danach, wodurch sich ein gutes Buch auszeichnet. Eine mögliche Antwort bietet sich an: Wenn sich Unmut einstellt, es aus der Hand legen zu müssen. Es gibt wenige Bücher, welche diese Qualität aufweisen. Das Freeman-Buch ist ein solches, selbst wenn man sich als absoluten Fußballmuffel empfinden sollte. Um Fußball dreht sich zwar das verbrecherische Konzept, dem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zum Opfer fällt. In erster Linie wird die Lektüre jedoch durch die spannende Wiedergabe der Arbeit der Ermittler und durch eine hinreißende Persiflage des Behörden-, Funktionärs- und Kompetenzgerangels zum Genuss.